Womit habe ich angefangen und warum?

Bildquelle: pixabay

Die erste, gravierende Veränderung ergab sich bei mir im Oktober 2015, als unser großer Sohn knapp 3 Jahre und fünf Monate alt war. Ich sah eine Wiederholung der Sendung des WDR-Magazins „Planet Wissen“ mit dem Titel „Leben ohne Plastik“. Mir gingen Zuhause bereits seit Längerem die gelben Säcke des Dualen Systems mit all den Verpackungen gehörig auf die Nerven – einerseits wegen der schieren Menge an Plastik, die regelmäßig anfiel und weil ich inzwischen durch die Medien wusste, dass weitaus weniger Plastik wiederverwendet wird, als der Normalbürger annimmt. Deshalb war diese Sendung für mich wie ein Magnet – ich habe sie förmlich „verschlungen“. Es ergab sich bei mir eine Mischung aus Faszination und Entsetzen … – Faszination deshalb, weil Plastik in vielen Lebensbereichen – sinnvoll genutzt (z.B. in Krankenhäusern) – durchaus seine Berechtigung hat und Entsetzen, weil immer mehr Kunststoffteile in Seen, Flüssen und Meeren herumtreiben, Ökosysteme und Lebewesen bedrohen und sich nicht zersetzen, sondern nur in immer kleinere Teile zerfallen. Mir wurde durch diese Sendung bewußt, dass ich diesem Material bisher nicht skeptisch genug gegenüber gewesen war. Zumal bestimmte Kunststoffe auch noch Chemikalien enthalten, die verschiedenen Studien zufolge gerade bei kleinen Jungs zur Zeugungsunfähigkeit führen können. Und das wollte ich meinem Sohn einfach nicht zumuten!

Nach dieser Sendung stand für mich fest, dass ich den Anteil an Plastik in meinem Alltag stark reduzieren werde. Angefangen habe ich in der Küche: Ich bin meine Küchenschränke durchgegangen, habe eine sorgfältige Bestandsaufnahme gemacht und nach und nach Kunststoffprodukte, die sich in der Küche befanden, gegen plastikfreie Alternativen ausgetauscht. Wegwerfen war für mich dabei die letzte mögliche Option und kam nur für Dinge in Frage, die wirklich nicht mehr in Ordnung waren. Gut erhaltene, noch nutzbare Sachen – auch, wenn sie aus Kunststoff sind – einfach zu entsorgen, widerspricht meinem Verständnis von Nachhaltigkeit. Es ist niemandem damit geholfen, wenn man übereilt alles wegwirft – der Natur schon gar nicht! Was ich nicht mehr haben möchte, kann für andere noch lange Zeit von Nutzen sein … . Inzwischen ist die Küche – bis auf einige wenige Ausnahmen (gegen manche mögliche Veränderungen sträubt sich mein Mann noch) – weitgehend plastikfrei. Auch unsere Lebensmittel werden inzwischen anders eingekauft: Käse, Wurst, Fleisch und Feinkostsalate werden mit Edelstahldosen an der Frischetheke unseres örtlichen Supermarktes eingekauft – sehr viel davon inzwischen in BIO-Qualität. Andere Produkte kaufen wir bevorzugt in Mehrweggläsern (z.B. Milch, Joghurt, Quark und Getränke). Grundsätzlich versuche ich, wie folgt einzukaufen (sofern es der Geldbeutel gerade zulässt): Was es nicht BIO ohne Verpackung/im Mehrwegglas zu kaufen gibt, wird bevorzugt von regionalen Anbietern ohne Verpackung/im Glas oder Fairtrade gekauft. Auf viele Dinge verzichten wir mittlerweile ganz bewusst – wir vermissen aber auch nichts … .

Die Küche war aber erst der Anfang – ich gehe derzeit nach und nach das ganze Haus durch und bin lange noch nicht fertig! Die Reduktion von Plastik im Alltag ist zudem ein fortlaufender Prozess, der viele weitere Überlegungen nach sich zieht und dafür sorgt, dass man sich irgendwann auch mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzt – jedenfalls war das bei mir so. Und so ergeben sich immer weitere Veränderungen und Projekte, die mich einem nachhaltigeren Lebensstil jeden Tag ein Stückchen näher bringen sollen … . Hier gibt es immer wieder neue Erfahrungen – Erfolge und Mißerfolge inklusive. Aber der Weg ist ja bekanntlich das Ziel.

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